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Das Programm Classique mondiale spürt der künstlerischen Globalisierung im 18. Jahrhundert nach und beleuchtet die vielfältigen kulturellen Verflechtungen jener Epoche, eine Kehrseite der kolonialen Gewalt und Ausbeutung.
Programm
Joseph de Bologne wurde 1745 auf Guadeloupe als Sohn eines Plantagenbesitzers und einer Sklavin geboren. Da es für einen «Mulatten» auf Guadeloupe kaum Aussichten auf eine ordentliche Berufsausübung gab, übersiedelte er bereits in jungen Jahren mit seiner Mutter nach Frankreich, wo er eine Fechtausbildung sowie eine umfassende musikalische Erziehung erhielt. Bald machte er sich als virtuoser Geiger, Komponist und Dirigent einen Namen. Seine Konzerte faszinierten und begeisterten das Pariser Publikum und auch der junge Wolfgang Amadeus Mozart zeigte sich beeindruckt von Bolognes Fähigkeiten und übernahm einige seiner virtuosen Spieltechniken in seine eigenen Kompositionen. Mozart hatte zu der Zeit gerade seinen Dienst an der Salzburger Domkapelle quittiert, wo er seine ersten grossen Sakralwerke komponiert hatte, und suchte in den Zentren nach künstlerischer Inspiration. Seinen Zeitgenossen Joseph Martin Kraus verschlug es wiederum an den schwedischen Hof in Stockholm, wo er einen höchst individuellen musikalischen Stil kultivierte. Auf der anderen Seite des Atlantiks sog der Priester José Maurício Nunes Garcia am portugiesischen Hof in Rio de Janeiro die Musik seiner europäischen Kolleg*innen auf und bildete sich autodidaktisch zu einem angesehenen Komponisten weiter.
